„Leben in der Utopie – Der Alltag ohne Freiheit und Demokratie“
Am 03.06.2026 nahmen die 10. Klassen unserer Schule an einem Zeitzeugenvortrag in der Alten Aula teil. Der Vortrag trug den Titel „Leben in der Utopie – Der Alltag ohne Freiheit und Demokratie“ und wurde von dem Fotografen und Zeitzeugen Siegried Wittenburg gehalten, der einen großen Teil seines Lebens in der DDR verbracht hat. Der Referent berichtete von seinen persönlichen Erfahrungen während der Zeit des geteilten Deutschlands. Dabei beschrieb er, wie sein Leben über viele Jahre von einem politischen System geprägt wurde, in dem demokratische Rechte und persönliche Freiheiten stark eingeschränkt waren. Er erklärte, dass viele Menschen ihre Meinung nicht frei äußern konnten und sich häufig den Vorgaben des Staates anpassen mussten. Zu Beginn gab Herr Wittenburg einen geschichtlichen Überblick über die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg, die Entstehung der DDR und die politische Entwicklung Deutschlands. Anschließend schilderte er den Alltag der Menschen in einer Diktatur und machte deutlich, wie stark das Leben durch staatliche Kontrolle beeinflusst wurde. Besonders eindrucksvoll waren seine Erzählungen über den Anpassungsdruck, dem viele Bürgerinnen und Bürger ausgesetzt waren. Während manche Menschen versuchten, sich dem System anzupassen, suchten andere Wege, ihre Individualität und ihre persönliche Freiheit zu bewahren. Eine Flucht aus der DDR kam für ihn nicht infrage, weshalb er seinen eigenen Weg finden musste, mit den Umständen umzugehen. Ein Schwerpunkt des Vortrags waren die vielen, tiefgründigen Fotografien, die Herr Wittenburg selbst aufgenommen hat. Mit seinen Bildern dokumentierte er den tatsächlichen Alltag der Menschen in der DDR. Während die staatliche Propaganda oft ein ideales Bild von Glück, Fortschritt und Zufriedenheit vermittelte, zeigten seine Fotografien die Realität des täglichen Lebens. Er erklärte, dass er die Dinge, die er nicht offen aussprechen durfte, durch seine Bilder zum Ausdruck brachte. Seine Fotografien wurden dadurch zu einer Form des stillen Widerstands und der freien Meinungsäußerung. Zum Abschluss richtete er einen Appell an die Schülerinnen und Schüler. Er ermutigte uns, unsere demokratischen Rechte zu nutzen, Verantwortung für die Gesellschaft zu übernehmen und aus den Erfahrungen der Vergangenheit zu lernen. Besonders hob er hervor, dass junge Menschen eine wichtige Rolle bei der Gestaltung der Zukunft spielen. Er erinnerte daran, dass es am Ende vor allem die Jugend war, die sich für Veränderungen einsetzte und damit dazu beitrug, dass die Berliner Mauer ihren Sinn verlor und schließlich fiel. Der Vortrag bot einen eindrucksvollen Einblick in das Leben in der DDR und machte deutlich, wie wichtig Freiheit, Demokratie und die Möglichkeit zur freien Meinungsäußerung für unsere heutige Gesellschaft sind. Wir fanden den Vortrag sehr interessant und informativ. Durch die persönlichen Erfahrungen und die authentischen Fotografien des Zeitzeugen konnten wir einen lebendigen Eindruck davon gewinnen, wie das Leben in der DDR tatsächlich aussah. Viele von uns haben dabei neue Perspektiven kennengelernt und wertvolle Erkenntnisse über die deutsche Geschichte sowie die Bedeutung demokratischer Werte gewonnen. Aus unserer Sicht sind solche Zeitzeugenvorträge eine wichtige Ergänzung zum Unterricht, da sie Geschichte auf eine besondere und greifbare Weise vermitteln. Deshalb besteht unserer Meinung nach durchaus Wiederholungsbedarf: Auch in Zukunft sollten ähnliche Vorträge angeboten werden, damit weitere Schülerinnen und Schüler von den Erfahrungen der Zeitzeugen lernen und ein besseres Verständnis für die Vergangenheit entwickeln können.
Marie-Louis Kirchmann , Henrietten Maaß, Melissa Braun und Lynn Becker aus dem 10. Jahrgang

