Schulgeschichte

Gegründet 1704, blickt das Plöner Gymnasium auf eine mehr als 300-jährige wechselvolle Geschichte zurück, in der es seinen Namen und rechtlichen Status mehrfach verändert hat.

Die Geschichte im Überblick

Die Geschichte des Plöner Gymnasiums begann als Lateinschule oder “Breitenausches Gestift (Breitenavianum)”, das nach dem Gründer und Stifter des späteren Gymnasiums, Christoph Gensch von Breitenau, benannt wurde. Zu der Stiftung gehörten auch drei Häuser in der Stadt, in denen Unterricht gehalten wurde und in denen die Lehrer wohnten. Zwei standen auf dem heutigen Grundstück Markt 23 neben dem Pastorat, das dritte auf dem heutigen Grundstück Klosterstraße 21.

1821 wurde die Lateinschule in eine Gelehrtenschule umgewandelt, als Zeichen für den Ruf und die Bedeutung dieser Einrichtung. Auf Veranlassung des dänischen Königs wurde das Gebäude am Schloßberg erbaut und 1842 bezogen. Heute ist dieses Gebäude der hintere Teil des Rathauses. Die Einrichtung des Schultyps “Gelehrtenschule” bedeutete, dass diese Schulen nunmehr über mindestens vier Klassen verfügen mussten. Zu den nur neun Schulen in Holstein, die den Status einer Gelehrtenschule erhalten sollten, gehörte Plön wohl nur deshalb, weil der Direktor Bremer über einen ausgezeichneten Ruf verfügte.

Nach dem Sieg der Preußen und Österreicher über Dänemark auf den Düppeler Schanzen 1864 und einer Zwischenlösung wurde die Schule 1867 “Königlich Preußisches Gymnasium”. Ab 1897 trug es den Namen “Kaiserin-Auguste-Viktoria-Gymnasium” als Huldigung an die deutsche Kaiserin, deren Söhne im Prinzenhaus ihre schulische Ausbildung erhielten. 1899 konnte der Neubau in der Prinzenstraße bezogen werden. 1868 war in dem Schloss eine preußische Kadettenanstalt eingerichtet worden. Im Versailler Vertrag wurde 1919 die Auflösung aller Kadettenanstalten verfügt.

Die Nachfolgeeinrichtung der Kadettenanstalt, die “Staatliche Bildungsanstalt”, die ein Realgymnasium mit Internat darstellte, wurde 1922 mit dem Kaiserin-Auguste-Viktoria-Gymnasium in der Prinzenstraße zwangsvereinigt, da der preußische Staat zu Sparmaßnahmen gezwungen war. 1932 wurde der Erweiterungsbau in der Prinzenstraße bezogen, so dass nunmehr die Schüler des Gymnasiums und des Realgymnasiums aus dem Schloss in einem gemeinsamen Gebäude unterrichtet werden konnten.

Anknüpfend an die Tradition der Kadettenanstalten, richteten die Nationalsozialisten im Schloss eine Nationalpolitische Erziehungsanstalt (NPEA) ein. Zunächst, bis zu dessen Ermordung, wurde die Einrichtung nach dem SA-Führer Ernst Röhm benannt. Das Gymnasium in der Prinzenstraße wurde während dieser Jahre als Unterrichtsgebäude der Napola genutzt.

Die Britische Militärregierung genehmigte 1946 die Einrichtung einer “Internatsoberschule Schloß Plön”. Es handelte sich dabei um eine Doppeleinrichtung mit dem Internat im Schloss und dem Gymnasium in der Prinzenstraße.

1955 fand eine Umbenennung der Einrichtung in “Internatsgymnasium Schloß Plön” statt. Im Juli 2001 wurde das Internat wegen Geldmangels des Landes Schleswig-Holstein aufgelöst und das Schloss an einen Unternehmer verkauft.

Die Schließung des Internates zwang zu einer erneuten Umbenennung. Das Gymnasium in der Prinzenstraße heißt seit 2002 “Gymnasium Schloss Plön”.

Als 2001 das Land Schleswig-Holstein wegen Geldmangels das Schlossgebäude an einen privaten Unternehmer verkaufte und das Internat geschlossen wurde, endete eine jahrzehntelang enge pädagogische Verbindung. Die Schule stand vor der Aufgabe, eine neue Standortbestimmung vorzunehmen. Dies geschah in Kooperation zwischen Kollegium, Eltern und Schülerschaft durch ein Schulprogramm, dessen Leitidee die Verbesserung der Lern- und Arbeitsbindungen der Schülerinnen und Schüler und der Lehrkräfte ist.

Das betraf in erster Linie die Raumsituation. Der Bau einer Cafeteria, die Errichtung einer großen Ballsporthalle, der Bau von vier neuen hervorragend ausgestatteten Musikräumen und die Umwandlung der alten Gymnastikhalle zu einer modernen Aula sind Maßnahmen, die zwischen 2003 und 2007 durchgeführt wurden.

Hinzu kommen im Altbau vier neue, große Klassenräume, eine neu eingerichtete Unterstufenbücherei und ein eigener Raum für die Geschichts-AG und die Schülerzeitung “Der Scheinwerfer”.